huch!

Bremen, 14. Juni 2016, früh morgens, vom Dach der Halle 7 des Mercedes-Werks Bremen entrollen ArbeiterInnen ein Transparent:
bremen 15. juni 2016

Quelle: labournet

Leaflet.

In the beginning of 2013 the workers of the world graz wrote in their leaflet „The global proletariat is fighting!“ adressing the refugee protest movement:

»Put capitalism over the edge!« We will need such demands which will bring workers, unemployed,
refugees, and so on, together.

since today the fpd with its modest possibilities tries to circulate a leaflet1, which prints the cited leaflet on the backside.
the front side reads as follows:

Hi,

printed on the backside is a leaflet, which has been distributed by an austria-based group of workers in the beginning of 2013.
The circumstances in which the text was written appear different today:

2012/2013 there was a big movement of asylum-seekers, which evolved after a man, Mohammad Rahsepar, who fled the facist theocratic regime of iran comitted suicide in an asylum-seekers camp in the german town of Würzburg.
This movement included a four week during march from Würzburg to Berlin demanding freedom of movement, the end of being forced to live in camps and an end of deportations.
Also there was a now dissolving optimistic mood following the „arab spring“.

Today we face an ever worsening barbarity with endless wars, rising reactionary rackets, the proved impossibility of substantial left reformism in this time and once more the hatred-run „uprising“ of many german „citizens“, who unfortunately make no attempt to hold on for a minute and come to mind.

But there is also a mole digging and emerging worldwide, the class of people, who have nothing but as the case may be their descendants: the proletariat.
And this is the strongest point, the text below makes: We may live in very different situations, concerning the brutality with which the exploitation of man by man is done, the volume of products we can buy, the danger of life and limb we face and so on.
But the prevailing capitalist mode of production has constitued the worldwide proletarian class as a class which through its work is the base of the continuning existence of this mode of production but therefore has also the potential power of overcoming it.
And being human beings and constituents of this class is what we have in common, may we be or have been good-paid or low-paid workers, doing non-paid housework or belonging (ever or from time to time) to the surplus proletariat, which for example lives in the non-formal economies of the slums in the „developping nations“ or constitutes the „drinking class“ in german inner-cities.

you can read the whole leaflet by clicking here.

while the pending question of how to get to a situation where people living in proletarian form of existence get rid of their conciousness as for example a citizen, a worker-of-their-factory or facist views isn‘t answered in fpd’s text, the coming together of prols willing to discuss these questions seems to be a necessary condition.

  1. feel free to print and distribute it if you like to or if you like to write something similar feel free to re-use some sentences you agree with. [zurück]

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aus einem spätestens in siebzehn Jahren erscheinendem Roman1:

Da Ulf diese Instruktionen bekommen hatte und seine Arbeit -zumindest für gewöhnlich- gewissenhaft auszuführen pflegte, drückte er sofort, nachdem eine E-Mail mit dem Betreff „! kiwi“ eingegangen war, den besagten Knopf.

Die Desintegration der Gesellschaft war unterdessen weiter vorangeschritten, dass zeigten auch folgende, wahllos der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung entnommenen Nachrichten vom Tage:

„…hatten die Beamten die 21-Jährige und ihre gleichaltrige Begleiterin dabei beobachtet, wie sie sich einen Joint drehten. Die Polizisten wollten die Frauen deshalb zum Polizeirevier Mitte bringen.
Auf dem Weg dorthin habe eine der Frauen die Bundespolizisten massiv angegriffen. Die Frau sei daraufhin mit körperlicher Gewalt auf den Boden gebracht worden. In dem Gerangel habe sie versucht, einem der beiden Polizisten die Dienstwaffe zu entreißen, was ihr allerdings nicht gelang.
Beamte der Polizeireviers Mitte kamen daraufhin zur Unterstützung. Bei der Durchsuchung der Frau im Revier habe sie die Attacken gegen die Polizisten fortgesetzt. Zwei Beamte seien dabei durch Tritte verletzt worden. Zudem sei einer der beiden von der polizeibekannten Frau in den Finger gebissen worden. Trotz Lederhandschuhe habe er eine Platzwunde am Finger erlitten. Bei der anderen Frau hätten die Beamten im Mund eine Rasierklinge entdeckt.“

„…trafen die beiden Männer um 20.15 Uhr auf dem Auedamm zusammen. Den Angaben der beiden Kontrahenten und Zeugen zu Folge hatte es einen Beinahe-Zusammenstoß zwischen dem Fahrradfahrer und dem Fußgänger gegeben. Auf die Worte des Fußgängers, ob er keine Augen im Kopf habe, soll der 49-Jährige mit seinem Rad gewendet, den 65-Jährigen umrundet und schließlich absichtlich frontal gerammt haben. Beide seien gestürzt.
Daraufhin habe sich ein verbaler Streit entwickelt, in dessen Verlauf der 65-Jährige mit seiner Hundeleine auf den Jüngeren einschlug.“

  1. die zitate stammen hierher: https://www.hna.de/kassel/mitte-kassel-ort248256/frau-trat-biss-polizeibeamte-5464148.html und https://www.hna.de/kassel/mitte-kassel-ort248256/mann-schlug-hundeleine-5462393.html [zurück]

Lest den „Extra Tip“!

aus aktuellem Anlass ein paar Anmerkungen zur Hauptkampflinie des kasseler Anzeigenblatts „Extra Tip“:

Der “extra tip” hat neben einer kulturellen (veröffentlichung von schnappschüssen aus discos und dem irish pub) auch eine politische blattlinie.
Diese deckt sich in der regel mit den interessen einer kapitalfraktion, welche gleichzeitig das anzeigenblatt –eben durch anzeigen- finanziert, z.b. hotels, supermärkte, die premium-einzelhandelsgeschäfte der innenstadt.
So wie es 2006 gegen den des „aggressiven bettelns“ schuldigen „winnetou“ ging, so geht es heute, unter anderem chefredakteur, gegen säuferInnen und drogenkonsumierende auf dem die stadt repräsentierendem friedrichsplatz (letztes jahr ein photo einer gruppe – nur die augen gepixelt- mit der bildunterschrift „eine person nimmt offensichtlich eine substanz durch die nase ein“ oder so ähnlich, weiß aber nicht mehr ob das hna oder e.t. war -Nachtrag: der konkrete Fall war in der HNA).
Dieses jahr die e.t-headline : „wann macht die stadt endlich mobil?“ (also kriegsvokabular) gegen die friedrichsplatznutzerInnen.

Und weiter dieses Jahr: eine langanhaltende Kampagne in artikeln und kommentaren gegen das mit dem mindestlohngesetz durch arbeitszeitdokumentationspflichten immerhin in manchen fällen einhergegangene offensichtlichwerden von verstößen gegen das arbeitszeitgesetz1 so im tenor: terror-nahles [eine faktisch rechte sozialdemokratin] schickt zöllner mit knarren in die bäckereien und vermiest vollzeit arbeitenden hotelangestellten den zusätzlichen 450 euro-job im selben haus einer kleinen nordhessischen hotelkette, mit dem sie sich z.B. „ihren urlaub finanzieren“.2

und jetzt halt die sogenannte “flüchtlingsproblematik” und das ausschlachten der begleiterscheinungen des zusammenpferchens von menschen.

Es läuft nicht alles schön an Orten, an denen menschen in „precarious situations“ bzw. proletarischer situation ohne die hier und da (hierzulande in vielen lohnarbeitsverhältnissen) noch übliche „distinktive bestechung“5 letzlich zusammengepfercht werden, seien es flüchtlingslager, wohnblocks, knäste, „asi-hochhäuser“3, an anderen orten im übrigen ja auch nicht.
anstatt aber das zusammenpferchen eines selbst und „der anderen“ als problem zu begreifen sowie sich mit schutzsuchenden menschen zu solidarisieren möchte manch deutscher prolet (proletariat bedeutet dem wortsinne nach nichts zu haben, außer gegebenenfalls die eigenen nachkommen) lieber “nach unten” treten, auf die aus anderen ländern stammenden eigenen klassengenossInnen, tut damit der eigenen sache unheil und zeigt sich als vom menschlichen gefühl verlassener.

Ansonsten ist ein existierendes denkmuster, welches e.t. dankend aufgreift, ein hauptproblem (auch bei dem deutschen „griechenlanddiskurs“): irgendwo steht geschrieben, dass diese und jene sich mehr rausnehmen und ohne zu prüfen ob das überhaupt stimmt4, heisst es dann nicht: „wir wollen uns das auch rausnehmen“ oder „wir wollen alles!“, sondern, dass es den anderen mindestens ebenso scheisse ergehen soll wie einem selbst auf arbeit, auf dem amt, bei der steuer usw.

deshalb gilt es:

– für die weltweite proletarische revolution zur selbst-aufhebung der eigenen und aller klassen!

– extra-tip lesen!

  1. Zur möglichen progressiven rolle des arbeitszeitgesetzes: www.proletarische-plattform.org/app/download/5969608164/Flugblatt_Gesetzliche+40-Stunden-Woche+2015-05-01.pdf?t=1430740205 http://www.proletarische-plattform.org/2012/11/30/verk%C3%BCrzung-der-normalarbeitszeit/ [zurück]
  2. http://lokalo24.de/news/neues-gesetz-gastronomie-stoehnt/568399/ , der zugehörige gehässige kommentar, in dem darauf abgehoben wird als arbeiterIn wegen ein paar minuten nicht pingelig zu sein, findet sich nur in der printausgabe. Weitere anmerkung: die ganzen e.t.-„ausfälle“ werden hier größtenteils aus dem gedächtnis rekapituliert, bei Interesse finden sich evtl. noch printexemplare der schlimmsten hasstiraden in meinem besitz /diese müsste ich suchen. [zurück]
  3. siehe der erhellende text von hammerhead – „asi-hochhaus“: www.youtube.com/watch?v=E4if1Is7PxQ [zurück]
  4. z.b. in der als Massenzeitung konzipierten Flugschrift „Faktencheck Hellas“: http://faktencheckhellas.org/ [zurück]
  5. Distinktion bedeutet soviel wie Unterscheidung. Unterschiede etwa in der bezahlung, der spezialisierung oder dem sich-leisten-können von statussymbolen können zur folge haben, dass sich leute nicht als proleten begreifen, sondern als angehörige des phantoms mittelklasse. [zurück]

Pflegearbeit

Unter diesem Link1 kann sich eine Radiosendung zum Thema Pflegearbeit aus dem Jahr 2014 (gesendet im Freien Radio Kassel) heruntergeladen werden.

  1. dort dann die Links zum ers­ten bzw. zwei­ten Teil der Sen­dung an­kli­cken und dann je­weils auf „Herunterladen“ kli­cken. [zurück]