Archiv für September 2010

leitlinien der (anti-)politik im aktuellen kontext

(text der fpd von 2007)

um einer emanzipation des menschen von der knechtschaft durch staat, kapitalismus et al. näher zu kommen, bedarf es des bruchs der menschen mit gängigen mythen.
einen konterrevolutionären mythos stellt die politik an sich dar. einerseits werden illusionen geweckt in veränderungsmacht und -willen der jeweiligen „spezialistInnen“ -bspw. parlamentarier, betriebsräte, rechtsanwältinnen-, andererseits wird die weitverbreitete vorstellung, dies und jenes einfach hinnehmen zu müssen (da man selbst ja schliesslich kein(e) spezialistIn für die aufhebung einen selbst betreffender oder mitbekommener übel sei) durch das dogma des politischen gestärkt.
ein anderer weitverbreiteter mythos besteht in der „schuld“ bestimmter menschengruppen am eigenen elend: hier sind insbesondere der antisemitismus zu nennen und der hass auf deklassierte, vermeintlich bevorzugte klassengenossInnen.
arbeiterInnen, die härtere sanktionen für arbeitsunwillige propagieren oder pennerInnen, die eine rundum-glücklich-versorgung für migrantInnen imaginieren und zu ihrer eigenen sozialen lage in bezug setzen, tun im grunde nichts anderes als ihre eigene klassenposition (die sie mit ebenjenen sündenböcken teilen) zu untergraben und der existenz des kapitalistischen systems beträchtlichen aufschub zu gewähren.

pressemitteilung

„ich bin verliebt, wenn es so etwas gibt, oder ob es an der zeitumstellung liegt“?

Die Atomisierung sei ein zweischneidiges Schwert, so das Zentralkomitee der fortschrittlichen partei-antipolitische partei (fpd) gestern in einer Stellungnahme. Gefangen in präbürgerlichen Rollenfestschreibungen ebenso wie im Freizeitstress sei der einzelne Mensch abgeschnitten von seinen heute objektiven Möglichkeiten.
„ Neben die Identifikation mit dem ideellen Kollektiv (die zur Legitimation der sogenannten Gesamtscheisse auf modernem Level weitergefahren werden muss) tritt nun der „Glückesschmied“. Der macht seinem Namen mal Ehre, mal krebst er nur vor sich hin und spürt doch in beiden Fällen die Zweischneidigkeit der Atomisierung. Das Reisfeld der Eltern hat er nicht zu bestellen und wird auch nicht zum Kirchgang geprügelt. Gleichwohl stellt er oder sie fest, dass die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten in Interaktion wachsen.
Heutzutage könnte ein hypothetischer Mensch sagen, er wolle nur insofern interagieren, indem es „eben nicht anders gehe“. Diesen Fall gesetzt sind seine Kontakte zu anderen Individuen sämtlich Erscheinungsformen der beiderseitigen Proletarität. Bis er wieder ganz Eigenbrötler sein kann, gilt es, das Geforderte zu tun, um das Nötige beschaffen zu können.
In diesen an sich proletarischen Verrichtungen erkennen wir die Möglichkeiten sozialen Zusammenlebens in pervertierter Form.
Getrennt nun von diesen erscheint das, was allgemein als Privatsphäre bezeichnet wird. Hier heisst es: „kann, muss nicht“, und die Sehnsucht danach, so zu interagieren, wie es dir gefällt, wird durch den Freizeitstress der Regelung der Interaktion mit wiederum den an sich proletarischen Verrichtungen nachgehenden Anderen enttäuscht oder beglückt.“
fpd fortschrittliche partei-antipolitische partei