Archiv für Oktober 2012

kurze Notiz zu „Sozialer Arbeit“

Der Berufszweig (Leute die im universitären Rahmen dafür bezahlt werden, über solcherlei fragen langwierige und -weilige traktate zu verfassen sprechen auch von einer „Profession“) der Sozialarbeit ist eine widersprüchliche kiste. im subtext schwingt immer die funktion des sozialbullen mit, der dem autoanzünden vorbeugen soll und den „KlientInnen“ die „vorzüge“ der bürgerlichen lohnsklaverei schmackhaft machen1. Auf jeden fall stärkt Soziallohnarbeit das „Prinzip“ der Repräsentation (wo „der Schuh drückt“ und was Wege wären dem abzuhelfen wäre wohl am besten in selbstgewählter Assoziation zu erörtern2).
die andere seite ist, dass sozialarbeit auch sinnvolle funktionen erfüllen kann (z.B. im rahmen von frauenhäusern, hartz 4- und asylberatung oder der Ausgabe sauberer spritzen an HeroinverbraucherInnen) auch wenn ich behaupte es wäre immer noch besser, leute würden sich zu solchen zwecken selbst assoziieren und das gerne dann auch nicht als „teilbereichsaktivität“ verstehen (sinnvoll finde ich zb die derzeitige bewegung von asylbewerberInnen auch als das aufbegehren proletarisierter menschen, als klassenkampf zu verstehen).

Am Freitag gab es einen „Aktionstag Soziale Arbeit“ in Berlin, an dem 1000 Leute teilnahmen, organisiert wurde das vom „Unabhängigen Forum kritische Soziale Arbeit
im Aufruf hieß es:

Zitat

Der Aktionstag Soziale Arbeit richtet sich an alle SozialarbeiterInnen,

die nicht einverstanden sind mit dem gegenwärtigen fortschreitenden Abbau des Sozialen in unserer Gesellschaft,

die nicht bereit sind, sich als Handlanger derer zu verstehen, die Menschen sanktionieren und ausgrenzen,
die sich damit nicht abfinden, dass Soziale Arbeit immer mehr zu einem Geschäft wird, an dem Unternehmen verdienen und Sozialarbeitende und Klienten den Kürzeren ziehen,
die mit den Vorgaben und Begrenzungen, die der Sozialen Arbeit vorgegeben werden, nicht einverstanden sind,
die unter Einstellungsstopp, prekären Verträgen und Arbeitsbedingungen leiden.

Gerade was aus dem zweiten Punkt für Schlüsse gezogen werden (könn(t)en) wäre von Interesse.

  1. womöglich ist die in dieser Reportage eine unrühmliche rolle spielende menschenverwalterin ebenfalls eine Angehörige der sozialarbeiterischen „Profession“ [zurück]
  2. die professionals „wissen das schon“). [zurück]